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Bandenkrieg in Raum Stuttgart: Mann liefert sich selbst ungewollt der Polizei aus

Bandenkrieg im Raum Stuttgart Mann liefert sich selbst ungewollt der Polizei aus

Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht auf der Straße.

Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht auf der Straße.

(Foto: Carsten Rehder/dpa)

Seit längerem liefern sich bei Stuttgart zwei rivalisierende Gruppen einen Bandenkrieg. Als ein 20-Jähriger Schüsse auf sein Auto bei der Polizei meldet, gerät er selbst ins Visier der Beamten. Wie sich herausstellt, ist er selbst nicht so unschuldig, wie er behauptet.

Im Zusammenhang mit dem Bandenkrieg im Großraum Stuttgart hat die Polizei nach erneuten Schüssen einen 20 Jahre alten Verdächtigen festgenommen. Der Mann kam anschließend in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) mitteilten. Die Fahndung nach weiteren Beteiligten an dem Schusswechsel in Schorndorf nahe Stuttgart lief.

Den Angaben zufolge meldete sich der 20-Jährige selbstständig bei der Polizei. Er gab an, dass Unbekannte aus einem Fahrzeug auf ihn geschossen hätten. In seinem Auto wurden demnach Einschusslöcher gefunden. Nach weiteren Ermittlungen stellte sich allerdings eine Beteiligung des 20-Jährigen an dem Schusswechsel am Montagabend heraus. Zuvor hatte es Hinweise aus der Bevölkerung auf Schüsse und zwei beteiligte Fahrzeuge gegeben.

Der Schusswechsel soll den Angaben nach im Zusammenhang mit einem seit längerem laufenden Bandenkrieg zwischen zwei im Raum Stuttgart rivalisierenden Gruppierungen stehen. Am mutmaßlichen Tatort stieß die Spurensicherung auf mehrere Patronenhülsen verschiedener Kaliber.

Handgranatenwurf während Trauerfeier

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des 20-Jährigen wurden verschiedene Beweise beschlagnahmt, darunter eine Schreckschusswaffe, eine Druckluftpistole, sowie mehrere Messer. Die weiteren Ermittlungen übernahm das LKA.

Der Bandenkrieg läuft nach Behördenangaben seit mehr als einem Jahr. Die verfeindeten Gruppierungen sind mutmaßlich in kriminelle Aktivitäten verwickelt. Es gab bereits zahlreiche gewalttätige Zwischenfälle, darunter mehrfach Schüsse auf oder vor Lokalen.

Zuletzt erhob die Stuttgarter Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 23-jährigen Iraner wegen eines Handgranatenwurfs während einer Trauerfeier auf einem Friedhof in Altbach. Durch die bei der Explosion freigesetzten Stahlkugeln wurden rund 15 Trauergäste teils schwer verletzt.

In der vergangenen Woche verurteilte das Landgericht in Stuttgart zudem vier Männer im Zusammenhang mit dem Bandenkrieg zu teils langjährigen Haftstrafen wegen versuchten Totschlags. Die Beschuldigten waren im September vergangenen Jahres nach einer Schießerei in Esslingen festgenommen worden, bei der 18 Schüsse fielen, jedoch niemand verletzt wurde.